Transcript Verlag, 2027Félix Guattari und die molekulare Revolution in Italien
Begehren, Autonomia und die Produktion von Subjektivität
Der nonkonformistische Psychoanalytiker und Philosoph Félix Guattari widmete sich zeitlebens dem Potential großer Veränderungen aus kleinen Interventionen. Bekannt als Koautor u.a. des »Anti-Ödipus« mit Gilles Deleuze, wird sein visionäres Werk erst heute in ganzer Tragweite entdeckt. Adrian Hanselmann stellt das Frühwerk im Kontext der institutionellen Psychotherapie, die Arbeit in der Klinik und den Aktivismus in den Jahren vor 1968 dar. Er folgt Guattari ins italienische Labor der Autonomia, worin die 77er-Bewegung in Bologna in einer Verschmelzung aus Theorie und Praxis militantes Werkzeug aus seinen Begriffen schmiedete – eine Geschichte der molekularen Revolution, des Erfindungsgeistes und ein Plädoyer für das Mögliche in der Gegenwart. Ergänzt durch ein Gespräch mit Franco »Bifo« Berardi.
Madame Psychosis Éditions, 2018Die Erfindung der Einsamkeit:
Einsame Leben in einsamen Welten
Die Einsamkeit durchzieht unsere Gegenwart als Schreckgespenst. «Die Erfindung der Einsamkeit» sucht nach den spezifischen Erfahrungen der Einsamkeit in verschiedenen Orten und Zeiten. Sei es die Einsamkeit in der Gemeinschaft, die Einsamkeit der Hexe in der frühen Neuzeit, die Einsamkeit der Hausfrauen, die Einsamkeit der Menschen mit AIDS in Manhattan der 1980er Jahre, die Einsamkeit in einer neoliberalen Arbeitswelt, die Einsamkeit des Allein-Seins, die Einsamkeit als Gemeinsames.
Madame Psychosis Éditions, 2017It’s Time for Wind oder Qu’est-ce que la dépression?
Wir sind depressiv. Die Welt zeichnet sich heute durch die Depression aus. Dieser mäandernde Essay versucht nicht, eine Depression zu beschreiben, sondern selbst depressiv zu sein. Da sich aber der depressive Mensch dadurch kennzeichnet, dass er sich am letzten Halm festhält, um zu existieren und nur die Effekte und Affekte der Depression dadurch wahrnehmbar sind, ist sie nicht in aufbauende oder gar erklärende Kapitel gegliedert, sondern in Ankerpunkten eingeteilt. Jeder davon sucht, in einer gewissen Zuschreibung das Abwesende, aber Konstituierende im Fokus zu behalten. Dies fällt nicht schwer, ist es doch das Einzige, woran man sich halten kann.